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Die Veränderung nachhaltig gestalten

Dies ist der fünfte und letze Artikel der Serie Kulturwandel. Der Erste befasste sich mit den Schwächen der klassischen Reorganisation und schlug einen anderen Weg vor: den True North. Im Zweiten ging es jetzt darum, wie man zu einem True North gelangt. Im Dritten ging es darum, wie der Weg zum True North gestaltet werden kann. Der vierte beschäftigte sich damit, wie sich die Veränderung skalieren und auf andere Bereiche ausdehnen lässt. Hier geht es jetzt darum, wie die Veränderung nachhaltig im Unternehmen verankert werden kann.

Um Veränderungen in ein System zu bringen, muss die notwendige Energie eingebracht werden. Im ersten Schritt übernimmt dies das Transitionteam. Es hilft dort, wo Hilfe am nötigsten gebraucht wird. Doch eine Veränderung ist nur dann erfolgreich, wenn sich das Verhalten der Menschen in der Firma ändert und sich daraufhin eine neue Kultur herausbildet. Dies ist ein langwieriger und schwieriger Prozess, der nicht alleine durch das Transitionteam aufrecht erhalten wird. Das eigentliche Ziel ist, dass die Organisation ständig selbst die Energie aufbringt, um Veränderungen durchzuführen. Am Ende hat sich eine Veränderungskultur etabliert: jeder Mitarbeiter gibt neue Impulse, wenn er Verbesserungen erkennt.
Wichtig ist, dass das Transitionteam darauf achtet, die Teams nicht von sich abhängig zu machen. Ein Mittel dafür ist die konsequente Anwendung des Pull-Prinzips, bei dem das Transitionteam nur aktiv wird, wenn es von einem Team angefordert wird.
Bei der Begleitung könnte man in drei Stufen vorgehen:

1. Das Transitionteam führt, das begleitete Team lernt
Hierbei leitet das Transitionteam die Veränderung an und gibt für eine gewisse Zeit die Richtung vor. Es bringt seine Erfahrungen ein und das begleitete Team kann die neuen Ideen eine Zeit lang ausprobieren. In gemeinsamen Reflektionen stellen die Teams fest, welche Ideen funktionieren und weiterbenutzt werden sollen. Nicht funktionierende werden geändert oder verworfen. Hat das begleitete Team genügend Erfahrung gesammelt, ist es Zeit für die nächste Stufe.

2. Transitionteam und begleitetes Team arbeiten im Paar
Auf dieser Stufe steuern beide Teams die Veränderung gemeinsam, um das Feedback effektiv zu verarbeiten und sowohl für das begleitete Team als auch für Teams außerhalb des Kontextes verfügbar zu machen. Auch lernt hierbei das begleitete Team Veränderungsimpulse selbstständig zu setzen und sich zunehmen unabhängig vom Transitionteam zu machen, wodurch es auf die dritte Stufe gelangt.

3. Begleitetes Team führt und Transitionteam coacht
Hier steuert das begleitete Team nun den Veränderungsprozess komplett selbst und zieht sich Unterstützung vom Transitionteam nur noch zu vereinzelten Themen hinzu. Das können gemeinsame Reflektionen über den Zustand der Veränderung oder Beratung zu Themen sein, zu denen das begleitet Team noch keine Erfahrung hat.

Wichtig für das Transitionteam ist auch, darauf zu achten, die richtige Geschwindigkeit für die Veränderung zu finden, also weder zu schnell, noch zu langsam zu sein. Dazu sollte es sich kontinuierlich Feedback holen und im Kontakt mit den Mitarbeitern das Energie-Level abstimmen, das gerade richtig ist für die Veränderung.

Die Aufgabe, statt einer Re-Organisation einen Kulturwandel zu schaffen, ist riesig. Der Erfolg ist von vielen Faktoren abhängig.
Das Konzept des True North ist ein Mittel, das erlaubt, einen Kulturwandel in kleinen überschaubaren Schritten zu gehen, ohne dabei das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren. Durch die kleinen Schritte, die vollkommen transparent und mit der Unterstützung des Transitionteams gegangen werden, wird das Risiko des Scheiterns überschaubar gehalten. Erfolg ist damit noch lange nicht garantiert, macht ihn lediglich wahrscheinlicher. Letztlich gilt auch hier: Gut ist, was funktioniert. Und was im hier geschilderten Kontext funktioniert, muss Ihrem Kontext nicht unbedingt der Fall sein.
Sollten Sie jedoch feststellen, dass Ihre Re-Organisationen nicht so erfolgreich sind wie Sie es sich wünschen, haben Sie mit dem Kulturwandel-Projekt einen neuen Ansatz zum Ausprobieren.

Dies ist das Ende der Artikelserie. Ich hoffe euch haben die Artikel geholfen und zu neuen Einsichten gebracht. Ich freue mich über euer Feedback.