Monatsarchiv: Juli 2017

[Update] Über den Umgang mit Unsicherheit – Bericht über das Muckibuden-Retreat im Juni 2017

Wir waren vom 07. bis 09. Juni auf der Firstalm für unser diesjähriges Retreat auf dem es zwei Besonderheiten gab: 1. Wir waren auf einem Berg 2. Drei von uns kamen gerade vom Liberating Structures Workshop. Diese Mischung machte das Retreat für uns sehr erfolgreich.

Den Abend nach dem Aufstieg auf die auf 1.300 Meter liegende Alm verbrachten wir mit einem Kasten Bier und einer Brotzeit und philosophierten, wie wir die nächsten zwei Tage miteinander verbringen wollen. Das Ergebnis davon war, dass wir versuchen wollen, viel in der Natur zu machen und die Themen auf uns zukommen zu lassen, statt eine lange Liste von Post-its versuchen abzuarbeiten.

Den ersten Tag begannen wir mit einem Aufstieg auf die Brecherspitze, der vor allem dazu diente, uns zu connecten und Geschichten über die Muckibude zu erzählen (Leitfrage: “welche Ereignisse haben unser Team bisher geprägt?”). Auf auf der Hälfte des Weges formulierten wir die Idee, dass wir – wenn wir wieder unten sind – unseren Vertrieb näher ins Auge fassen, da wir zu der Zeit mit sehr vielen Vertriebsanfragen beschäftigt waren.

Angekommen am Gipfelkreuz verfeinerten wir die Idee zur Untersuchung unseren Vertriebs und beschlossen, diesen mit der Struktur “Critical Uncertainties” zu bearbeiten.

Der Rückweg war daraufhin recht schweigsam; es war alles gesagt.

Critical Uncertainties im Vertrieb

Die Struktur dient dazu, Strategien für den Umgang mit plausiblen aber unvorhersehbaren Zukunftsszenarien zu entwickeln.

Der erste Schritt bestand darin, eine Liste von Unsicherheiten im Vertrieb anzulegen mit der Frage: “Welche Faktoren im Vertrieb haben wir nicht unter Kontrolle oder können wir nicht vorhersagen”. Die Liste hat zuerst jeder für sich erstellt und dann in der Gruppe geteilt.

Im nächsten Schritt haben uns gefragt, welche dieser Faktoren für den Vertrieb am bedeutendsten sind mit der Frage: “Welche dieser Faktoren hindert uns am meisten erfolgreich zu sein?”

Aus dieser Auswahl haben wir dann die zwei für uns entscheidenden Faktoren extrahiert: Vertriebsanfragen und Auslastung. Diese haben wir dann in eine Matrix eingetragen und jeweils die positiven und negativen Pole dieser Faktoren bestimmt: “genügend” und “zu wenig”. Hinweis zur Methode: wenn man für beide Pole Extreme wählt (also zum Beispiel “0% Auslastung”, “100% Auslastung”) schafft man auf beiden Seiten nicht erstrebenswerte Pole, da nur in der Mitte quasi der Idealzustand wäre. Falls beide Extreme betrachtet werden sollen, müsste man also zwei Critical Uncertainties machen, eine mit “0% Auslastung” und “passender Auslastung” und die andere mit “100% Austlastung” und “passender Auslastung”. In den nächsten Schritten werdet ihr sehen, wozu das nützlich ist.

 

Der nächste Schritt besteht darin, Namen für die vier Quadranten zu entwickeln und eine kurze Szenarienbeschreibung zu machen. Das dient dazu, eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie es in dieser möglichen Zukunft aussehen würde.

Und jetzt kommt der spannendste Schritt dieser Übung: statt zu überlegen, wie man es schafft in den “wünschenstwerstesten” Quadranten zu kommen, überlegt man sich, wie man in jedem dieser Quadranten “überleben”, also erfolgreich sein kann. Da die Faktoren nicht in unserem Einflussbereich liegen ist klar, warum man bei dieser Übung diesen Weg geht.

Zu jedem der Quadranten haben wir somit verschiedene Strategien und eine prägnante Formulierung für “Prio 1” gefunden.

Wir haben dabei festgestellt, dass uns die “Prio 1” am meisten hilft und die Strategien mögliche Optionen zum handeln in dieser Welt sind.

Unser Aktion daraus ist, bei jedem Muxl festzustellen, in welchem Quadranten wir uns befinden und dann die entsprechenden Strategien anzuwenden.

Aktuell befinden wir uns in “Hoffnung am Horizont” und damit ist Vertrieb unser “Prio 1”. Die letzten Tage haben wir nach dieser Prämisse verbracht und sehr viel gemeinsamen Vertrieb gemacht. Für Daten ist es noch zu früh aber unser Gefühl sagt uns, dass wir den besten Vertriebszustand seit langem (wenn nicht seit jeher) haben.

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